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Samstag, 24. Juni 2017

Liebe deine Stadt: Feels like coming home

Eine Woche auf Dienstreise. London. Endlich. Nach all den Jahren wieder für mehr als ein Wochenende in der City. Kollegen treffen, neue Kontakt knüpfen. Zuvor noch neue Kleidung kaufen. Dresscode: Business Professional Attire. Ungewohnt und doch irgendwie schön, mich so schick gekleidet zu zeigen. Vorfreude.
Endlich Sonntag. Viel zu heiß, schlecht geschlafen, dreimal umgepackt. Nachmittags noch ein Lauf-Event, zum Glück nur die 5km. Neue Bestzeit bei 28 Grad. Schnell nach Hause, duschen und weiter zum Flughafen. Ungewohnt Gepäck aufzugeben, dafür keine Flüssigkeiten an der Sicherheit vorzuzeigen. 

Flug verspätet, trotzdem schön. Wolkenloser Himmel, wunderschöner Blick über die Stadt. Landung in Heathrow, Passkontrolle, ewig lange Gänge. Endlich im Zug Richtung Paddington. Nur 15 Minuten bis in die Stadt. Es ist warm, es ist voll, es ist wie immer. Feels like coming home.
Warten aufs Taxi. Alle stehen in einer Reihe und warten geduldig. Ich liebe diese Gelassenheit und die schwarzen Taxen. Fahrt durch die fast menschenleeren Straßen der City. Immer noch fast 30 Grad. Offene Fenster, Londoner Luft und dieses Gefühl, nach Hause zu kommen. 


Fünf Tage in der City zwischen Bank, Monument, Leadenhall Market, The Gherkin und Tower Hill. In der Mittagspause schnell zu GAP und M&S. Es ist Sale und das Pfund steht so gut wie lange nicht mehr. Abends kaltes Cider und Fingerfood im Pub, eine Fahrt auf der Themse. Die Sonne scheint, 33 Grad bis in die späten Abendstunden. Kein casual friday, aber ein langes Mittagessen mit dem Lieblingskollegen. In London ist das Leben leichter. 
 
Kurz vor Feierabend zurück in Jeans und Converse. Rushhour in der City. Liverpool Street, Stansted Express, Flughafen Romantik. Final Call und noch gar kein Flugzeug in Sicht. Flug verspätet. Abschied nehmen von London, Vorfreude auf Köln. Verliebt in zwei Städte. Sonnenuntergang über den Wolken. Landung kurz vor Mittagnacht. Immer noch 20 Grad und vertraute Kölner Luft. Feels like coming home. 


Zu spät für die S-Bahn. Wieder eine Taxifahrt. Dieses Mal mit dem Mitternachtskrimi auf Deutschlandfunk. Zwei Fellknäuel, die zur Begrüßung ganz verschlafen zur Tür getapst kommen. Die Tasche auspacken, kurz vor 1 Uhr bei offenem Fenster duschen. Das frisch bezogene Bett als Willkommensgruß vom Herrn Bär. 28 Grad im Schlafzimmer, aber endlich das eigene Bett.  

Willkommen daheim, Reisende.

Samstag, 26. November 2016

Liebe deine Stadt: Weihnachtsmärkte in Köln

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Willkommen im Advent, ihr Lieben! Mir kommt es total surreal vor, aber wir feiern tatsächlich schon den ersten Advent. Der Endspurt bis Weihnachten ist eingeläutet und seit dieser Woche haben auch die acht (ständigen) Weihnachtsmärkte in Köln geöffnet. Kennt ihr schonn alle? Welchen habt ihr in den letzten Jahren am liebsten besucht? Ich habe euch eine Übersicht über die Weihnachtsmärkte in und rund um Köln zusammen gestellt und wünsche euch viel Spaß beim Schmökern, Planen und den Besuchen.



Der wohl bekannteste Weihnachtsmarkt ist der große Weihnachtsmarkt am Kölner Dom, der auch Markt der Herzen genannt wird, mit dem großen Lichterzelt und dem umfassenden Bühnenprogramm. Der Weihnachtsmarkt mit seinen 150 Buden ist in der Zeit vom 21.11. bis 23.12. täglich geöffnet (So-Mi 11-21h; Do+Fr 11-22h; Sa 10-22h). Alle weiteren Infos, sowie einen Übersichtsplan über die Buden und das Programm, findet ihr hier.

Freitag, 11. November 2016

Liebe deine Stadt: Jeder Jeck ist anders! - Ein Hoch auf mutige Menschen

Heute ist der Elfte im Elften und in Köln wurde um 11:11 mit einem großen Bühnenprogramm in der Altstadt und in unzähligen Kneipen die Karnevalssession eröffnet. Für mich ein Grund, einfach mal ein paar Worte zu Vielfalt, Toleranz und Respekt zu verlieren. Themen, die vor allem in diesen Tage  in den Fokus geraten, und Eigenschaften, für die ich Köln so liebe. Aber von vorne...

Vorgestern blieb ich spätabends beim Durchzappen auf sixx hängen, denn dort lief die neue Folge von "Paula kommt". Eine Sendung, die ich sehr gerne schaue, weil dort auf interessante, angenehme und so gar nicht anrüchige Weise verschiedene Themen rund um Liebe, Sexualität und Partnerschaft behandelt werden und ich Paula Lambert unglaublich sympathisch finde.
Am Mittwoch Abend war das Thema der Sendung "Transsexuell - Wenn der Papa eine Frau wird". Paulas Gast war dieses Mal Lena, die im falschen Körper geboren wurde und sich kürzlich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen hatte. Eine tolle Frau, die ganz offen über ihre Transsexualität und alles, was dazu gehört, sprach und die mir irgendwie bekannt vor kam. Es dauerte etwas, aber dann fiel mir endlich ein, woher ich Lena bereits kannte: Lena hat sich bereits vor zwei Jahren von der wunderbaren Kathrin Stahl für das Fotojekt Transgender | Max ist Marie porträtieren lassen und wie alle Artikel habe ich natürlich auch das Porträt über Lena gelesen.

Wer Kathrin und ihr Projekt noch nicht kennt, der sollte unbedingt mal rüber klicken. Selten hab ich solch persönliche, gefühlvolle und toll bebilderte Porträts gelesen - da finde ich es nur verdient, dass es für Max ist Marie nun sogar eine Dauerausstellung in Dresden gibt. 
Danke, liebe Kathrin, für deine wundervolle Arbeit. Und danke, liebe Lena, für deine Offenheit und deinen Mut, so viel von dir und deinem Leben sowohl für Kathrins Projekt als auch im Gespräch mit Paula preiszugeben. Ihr seid großartig, Mädels!

Foto via unsplash.com

Ich bin in Köln geboren und aufgewachsen. Homosexualität oder 'anders sein' ist hier normal, und nicht nur während des CSDs oder an Karneval darf jeder Jeck sein wie er will. 

Ich bin froh, in einer so offenen und toleranten Stadt zu leben, denn Respekt, Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Menschen sind Werte, die meine Eltern uns schon seit frühster Kindheit mit auf den Weg gegeben haben. Bei uns zu Hause war und ist immer jeder willkommen - unabhängig von Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder sexueller Vorliebe. 

In diesem Sinne: Ein Hoch auf mutige Menschen, die sich nicht verstecken und ihren Weg gehen. Ein Hoch auf Vielfalt und Toleranz. Habt eine schöne Karnevalszeit und vergesst niemals: Jeder Jeck ist anders!

Leeven Jross us Kölle.

Dienstag, 1. November 2016

Liebe deine Stadt: Kölner Theaternacht

Das Kölner Nachtleben hat einiges zu bieten - und damit meine ich nicht nur Diskotheken, Clubs, Bars und Restaurants, sondern vor allem das kulturelle Angebot der Stadt. Es gibt zahlreiche Kinos, noch mehr Theater und sogar ins Museum kann man abends gehen. Einmal im Jahr während der Museumsnacht, aber auch jeden ersten Donnerstag im Monat, wenn Kölner kostenlos die ständigen Sammlungen der städtischen Museen besuchen können und die Museen außerdem extra lange geöffnet haben. 


Zur Museumsnacht habe ich es leider in diesem Jahr nicht geschafft, aber dafür war ich Anfang Oktober zum ersten Mal bei der Kölner Theaternacht. Was als spontane Idee ein paar Tage vorher mit dem Ticketkauf und einer groben Planung began, entpuppte sich als wirklich gelungene Veranstaltung. An 44 Spielstätten und auf 50 Bühnen wurden in einer Nacht über 200 Vorstellungen, sowie 23 geführte Touren gegeben - und um 24 Uhr dann noch die große Abschlussparty! Puh, da hat man wirklich die Qual der Wahl! 

Wie gut, dass man sich beim Ticketkauf direkt für das erste Stück entscheiden muss - so ist der Startpunkt schon mal festgelegt! Da das Theaterticket auch als Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel gilt und es zudem ein sehr gut organisiertes Taxi-Shuttle zwischen einzelnen Theatern und Veedeln gibt, kann man im Laufe der Nacht quer durch die Stadt alle möglichen Theater besuchen. Immer zur vollen Stunde beginnen die Vorstellungen, die circa 30 Minuten dauern, so dass man anschließend wieder Zeit hat, den Spielort zu wechseln - oder zwischendurch auch mal in einem Brauhaus einzukehren.

Wir haben uns beim Kartenkauf für einen Kölner Klassiker entschieden: das Hänneschen-Theater, das traditionsreiche Stockpuppen-Theater in der Kölner Altstadt, das es bereits seit 1802 gibt. Das Hänneschen ist wirklich ein Stück Köln, denn hier werden die Stücke noch auf Kölsch geschrieben und gespielt. Für uns war es der perfekte Ausgangspunkt, denn vom Hänneschen wollten wir anschließend weiter zum Kabarett ins Senftöpfchen Theater, das ebenfalls in der Kölner Altstadt liegt.

Beide Stücke, beziehungsweise die Ausschnitte daraus, haben uns sehr gut gefallen, aber danach war erst einmal eine kleine Pause mit lecker Kölsch an der Theke des nächsten Brauhauses angesagt. Dann ging es mit der Bahn weiter in Richtung Belgisches Viertel, wo wir noch im Millowitsch-Theater (das mittlerweile Volksbühne am Rudolfplatz heißt) ein weiteres kölsches Stück sahen. Den Abend ließen wir dann schließlich um Mitternacht mit der Vorstellung von "Ein Macbeth und eine mittelgroße Fanta!" - mein persönliches Highlight! - im gegenüber gelegenen Theater im Bauturm ausklingen.


Was ein Abend! Viel gesehen, viel gelacht und eins ist klar: im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei! Wer nicht so lange warten will, kann hier noch einmal nachlesen, welche Kölner Theater ich euch noch sehr ans Herz legen kann. 

Übrigens ist bald wieder eine besondere Nacht in Köln: die lange Nacht im Aquarium, mit Sonderführungen, Vorträgen und einem schönen Rahmenprogramm von 18-23h. Im nächsten August gibt es auch wieder die Kölner Zoonacht, bei der man den Zoo bis 24h besuchen und die Tiere auch im Dunkeln erleben kann. Im kommenden Herbst gibt es dann wieder die nächste Kölner Musiknacht und die Theater- und Museumsnacht. Plant das schon mal mit ein!

Leeven Jross us Kölle.

Dienstag, 14. Juni 2016

Liebe deine Stadt: Blut spenden in Köln

Vor einigen Tage hatten wir mal wieder eine Postkarte von der Blutspende-Zentrale im Briefkasten. Diese werden 5-6 Mal im Jahr an alle registrierten Spender verschickt und je nach Nachlass individuell gestaltet. Sprich im Dezember ein Weihnachtsgruß, im Frühjahr eine Karte passend zum Osterfest oder wie in diesem Fall eine Einladung zum heutigen Weltblutspende-Tag. Dieses findet jedes Jahr am 14. Juni statt und erinnert an Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen.

Warum also nicht diesen Tag zum Anlass nehmen, um auf das wichtige Thema "Blutspenden" aufmerksam zu machen? 


Blut spenden sind so wichtig und doch gibt es in meinem Familien- und Bekanntenkreis nur eine handvoll Leute, die (regelmäßig) Blut spenden gehen. Selbst Menschen, die selbst oder deren Angehörige schon einmal eine Bluttransfusion benötigt haben, zählen nicht dazu.
Das erstaunt mich immer wieder, denn für mich ist Blutspenden eine Selbstverständlichkeit. Seit ich 18 bin gehe ich regelmäßig - also alle 13 Wochen - Blut spenden und habe seitdem ca. 35x gespendet. Das mag jetzt viel klingen, ist es aber gar nicht, wenn man bedenkt, wie viele Blutkonserven täglich gebraucht werden. 

Zugegeben: Nicht immer lief alles reibungslos. Manchmal machten mir meine Hb-Werte (ein Anzeichen für Eisenmangel) oder mein Blutdruck einen Strich durch die Rechnung, so dass ich erst 14 Tage später spenden durfte. Manchmal musste ich eine längere Pause aufgrund von Urlaub in fernen Ländern (es gibt gewisse Sperrfristen) oder Tätowierungen einlegen, aber das hat mich nie gestört oder davon abgehalten, wieder zur Blutspendezentrale der Uniklinik zu fahren. Denn einen riesen Vorteil hat das Blut spenden ganz konkret für mich: Es ist ein kostenloser Gesundheits-Check!

Zum Glück wurden in meinem Blut noch nie Auffälligkeiten entdeckt - das ist schon mal sehr beruhigend! -, aber aufgrund meines oft sehr niedrigen Hb-Werts wurde mir von der Ärztin vor Ort empfohlen, doch mal vom Hausarzt meine Schilddrüse checken zu lassen. Weitere Infos zum Thema Gesundheits-Check und Eisenhaushalt findet ihr auf den Seiten der Uniklinik Köln ("Ihre kostenlose Gesundheitsvorsorge" ° "Eisenhaushalt und Blutspenden").


Jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von euch war noch nie Blut spenden? 

Generell darf jeder, der volljährig und gesund ist, Blut spenden. Die genauen Zulassungskriterien findet ihr hier zusammengefasst und könnt ihr natürlich auch jederzeit bei eurem Hausarzt und Blutspendeeinrichtungen erfragen. Auch der Ablauf einer Spende wird hier sehr ausführlich beschrieben (KLICK) - und ich kann euch aus Erfahrung sagen: Alles halb so schlimm. 😊

Für eure Spende gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung, außerdem wird man kostenlos mit Getränken und kleinen Snacks, wie belegten Brötchen oder Kuchen versorgt, damit es gar nicht erst zu Kreislaufproblemen kommt. Nach drei Spenden könnt ihr euch einen Blutspendepass ausstellen lassen, in dem eure Blutgruppe, sowie ein Notfallkontakt vermerkt werden.
Außerdem ist im Rahmen einer Blutspende eine Typisierung für die Knochenmarkspenderdatei kostenlos und ohne weiteren Aufwand möglich. Das hat den riesen Vorteil, dass ihr euch nicht noch extra bei der DKMS registrieren müsst, da ihr automatisch im Zentralen Knochenmarksregister eingetragen seid. Auch einen Organspende-Ausweis könnt ihr gleich vor Ort ausfüllen, falls ihr noch keinen habt. 

Viele Krankenkassen belohnen zudem mittlerweile das Blutspenden, da es - wie bereits oben beschrieben - ein kostenloser Gesundheitscheck ist und für Krankenkassen somit als Präventionsmaßnahme (auch wegen der günstigen Effekte für die Blutfette und Blutdruck) gilt. Wusstet ihr eigentlich, dass neue Studien belegen, dass Blutspenden den Bluthochdruck senkt? 

Also wenn ich euch jetzt nicht überzeugt habe, Blut zu spenden, dann weiß ich es auch nicht! 😄

Die Blutspendezentrale der Uniklinik Köln ist verkehrstechnisch sehr gut zu erreichen. Entweder mit der Straßenbahn Linie 9 bis zur Haltestelle "Lindenburg / Universitätsklinik" oder Linie 13 bis Haltestelle Gleueler Straße/Gürtel oder mit dem Bus 146 bis Haltestelle Leiblplatz. Von dort aus sind es jeweils nur wenige Minuten Fußweg bis zur Blutspendezentrale.

Wer mit dem Auto kommt (Adresse Kerpener Str. 62) kann kostenlos in den Parkhäusern der Uniklinik und auf den Parkplätzen der Frauenklinik und der Zahnklinik parken. Das Parkticket könnt ihr in der Blutspendezentrale abstempeln lassen.

Die Blutspendezentrale der Uniklinik Köln befindet sich im Erdgeschoss des Gebäude 39 und ist zu folgenden Spendezeiten erreichbar:

Montag bis Mittwoch: 11.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Donnerstag bis Samstag: 07.30 Uhr bis 14.00 Uhr


Natürlich gibt es in Köln noch mehr Möglichkeiten, Blut zu spenden, z.B. im Krankenhaus Merheim oder deren Zweit-Einrichtung mitten in der Innenstadt (Breite Straße) oder bei Plasma Service Europe (auf den Ringen), wo ihr übrigens auch Blutplasma spenden könnt, oder beim DRK-Blutspendezentrum Köln am Neumarkt. Darüber hinaus ist das DRK an bestimmten Terminen auch in ganz Köln unterwegs und baut seine mobilen Spende-Zentren in Pfarrsälen, Schulen oder Vereinsheimen auf. Die aktuelle Übersicht findet ihr auf der Seite des DRK oder beim DRK Blutspendedienst West.

Ihr seht also, dass es allein in Köln unzählige Möglichkeiten und Termine gibt, an denen man Blut spenden kann. Daher meine Bitte: Geht Blut spenden! Gerade in den Sommermonaten gehen die Bestände der Blutbanken deutschlandweit stark zurück und es werden dringend Spender gesucht.

Leeven Jross us Kölle. 

Sonntag, 22. Mai 2016

Liebe deine Stadt: Erdbeer-Felder rund um Köln

Ende Mai ist es wieder soweit und die Erdbeer Saison auf dem Feld beginnt, dann darf endlich wieder selbst gepflückt und genascht werden. Auf welchen Feldern ihr eure Erdbeeren rund um Köln selbst pflücken könnt, verrate ich euch heute, denn frischer als direkt vom Feld kann man seine Erdbeeren gar nicht bekommen! Und das beste daran: Die Erdbeeren sind nicht in Unmengen von Plastik verpackt. 


Neben einer saisonalen und regionalen Ernährung finde ich es sehr wichtig, darauf zu achten, Plastik zu vermeiden. Ich bekomme im Supermarkt regelmäßig kleine Wutanfälle, wenn ich sehe, dass mit Slogans wie "aus der Region" oder "bio" geworben wird, Obst und Gemüse dann aber in Plastik verpackt ist. Was soll das?
Muss man Erdbeeren wirklich in der Plastikschale verkaufen? Kann man nicht Holz- oder Kartonschalen verwenden? Muss man Rhabarber zu 750g Packen zusammen fassen und folieren? Was machen drei Paprika in einer Plastikverpackung? Und was sollen eigentlich diese kleinen Plastiktüten, die in der Obst- und Gemüseabteilung überall ausliegen? Kann man hier keine Papiertüten nutzen?

Samstag, 19. März 2016

Liebe deine Stadt: Die Kölner Seilbahn

Ich bin seit einigen Tagen bester Laune und wisst ihr auch warum? Das ist ganz einfach: Die Kölner Seilbahn hat endlich wieder geöffnet! Seit dem 11. März schweben die Gondeln täglich von 10-18h vom Rheinpark über den Rhein vorbei am herrlichen Panorama hinüber zum Zoo und zur Flora.

Da ich Seilbahn fahren über alles liebe, haben der Herr Bär und ich uns spontan am ersten Sonntag auf die Fahrräder geschwungen und sind am Rhein entlang zum Rheinpark und der dort gelegenen rechtsrheinischen Station der Seilbahn geradelt. Einfach nur, um einmal hin- und direkt wieder zurück zu fahren. Leider gibt es keine Saison-Fahrkarte, sonst wäre ich wahrscheinlich Dauergast.


Zu besonderen Anlässen kann man sogar spätabends oder nachts mit der Seilbahn fahren, z.B. zu Mittsommer (25. Juni), den Kölner Lichtern (16. Juli) oder der Kölner Nacht der Seilbahn (20. August). 
Außerdem besteht auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, in über den Rhein schwebend zu heiraten. Bereits seit 2008 gibt es hierfür eine extra Hochzeitsgondeln, in der die etwas andere standesamtliche Trauung möglich ist. In welcher Stadt gibt's schon sowas?


Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 4,50 Euro, für Kinder von vier bis zwölf Jahren 2,50 Euro. Hin- und Rückfahrt kosten 6,50 Euro bzw. 3,70 Euro. Für Gruppen und in Kombination mit verschiedenen anderen Eintrittskarten gibt es preiswertere Tickets. Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Homepage der Seilbahn.


Seid ihr auch schon mal mit der Seilbahn über den Rhein gegondelt? 

Leeven Jross us Kölle.

Samstag, 27. Februar 2016

Liebe deine Stadt: Theater in Köln

Ich hatte das große Glück, dass es während meiner Schulzeit sehr theater-affine Lehrer gab, die sich sowohl in der Grundschule als auch später auf dem Gymnasium für Theaterbesuche, Abonnements und eigene Aufführungen im Rahmen einer Theater-AG einsetzten. So kam ich schon früh mit Theater in Berührung (und wollte nach dem Abi eigentlich auch Theater- und Literaturwissenschaften studieren) und gehe bis heute eigentlich lieber ins Theater als ins Kino. Was das kulturelle Freizeitangebot angeht, so hat Köln einiges zu bieten!

Heute möchte ich euch daher ein paar meiner liebsten Theater in Köln vorstellen. Die drei städtischen Bühnen - die Oper, das Schauspielhaus und das berühmte Hänneschen-Theater (traditionelles Stockpuppentheater) - sind wohl bekannt, ich persönlich mag aber lieber die privaten Theater und möchte euch einen kleinen Einblick geben. Dies ist natürlich nur eine sehr kleine, persönliche Auswahl; mehr Informationen erhaltet ihr bei Theaterszene Köln.  

Freies Werkstatt Theater
Zugweg 10, 50677 Köln

Das Freie Werkstatt Theater habe ich erstmals 2005 besucht, als wir mit meinem Englisch-Grundkurs Macbeth in der Inszenierung von Oliver Ernst ansahen - für mich eins der besten Theater-Stücke, die ich je gesehen habe (und nicht nur, weil es Shakespeare ist).
Seitdem habe ich das FWT noch einige Male besucht und hoffe seitdem, dass Macbeth noch einmal ins Programm mit aufgenommen wird.

Karten für die Abendstücke gibt es ab 16€; für das Kinder- und Jugendtheater kosten die Karten ab 6€. Zudem gibt es noch das Alten-Theater mit eigenem Ensemble. 

Die große Auswahl an Stücken für alle Altersgruppen gefällt mir sehr gut. Gerade die Stücke für Kinder, wie beispielsweise Frederik, sind schöne Klassiker, mit denen man Kindern in die Welt des Theaters einführen kann.
 
Theater am Dom
Glockengasse 11, 50667 Köln

Wer ganz traditionelles Boulevard-Theater und leichte Unterhaltung sucht, der ist im Theater am Dom bestens aufgehoben. Hier bekomme ich Theater zu sehen, wie ich es mir vorstelle: Mit einem Bühnenbild, Requisiten und Kostümen. Hier wird nichts modernisiert oder puristisch dargestellt, sondern eine Tür ist eine Tür und ein Bademantel ein Bademantel.

Pro Jahr werden meist vier Stücke aufgeführt, wobei diese eine Spielzeit von von mehreren Monaten am Stück haben. Bis zum 10. April wird noch die Komödie "anderthalb stunden zu spät" gespielt, bevor es mit "fremde verwandte" weiter geht. Zu den wohl bekanntesten Schauspielern des Theater am Dom zählen unter anderem Jochen Busse, Tom Gerhardt, Karsten Speck, Grit Boettcher, Janette Biedermann und Hugo Egon Balder. 

Karten gibt es in fünf unterschiedlichen Preiskategorien ab 15€.

Theater der Keller
Kleingedankstraße 6, 50677 Köln

Ebenfalls in der Südstadt und unweit des FWT gelegen, findet sich das Theater der Keller, das es schon seit über 60 Jahren gibt. Ins Keller Theater gehe ich gefühlt seit immer und es gehört von Anfang an zu meinen Lieblings-Theater in Köln. 
Besonders gerne habe ich dort die Stücke von/ mit Meinhard Zanger und Bernd Reheuser gesehen, unter anderem Kleine Eheversprechen, Der Freigeist und Hotel zu den zwei Welten (von Eric Emmanuel Schmitt), Der eingebildete Kranke (von Molière) und Geschlossene Gesellschaft (von Sartre).

Die beiden Bühnen mögen nicht besonders groß sein und der Zuschauerraum etwas beengt, aber es lohnt sich, denn was einem geboten wird, ist ganz große Theaterkunst.

Karten fürs Theater gibt es ab 16€ (bzw. 11€ ermäßigt für Schüler und Studenten); der Eintritt für Lesungen beträgt aktuell 12€ (bzw. 8€ ermäßigt).



Theater im Bauturm
Aachener Str. 24-26, 50674 Köln  

Seit dem 07. Juni 1984 spiel Axel Siefer (auch bekannt aus der Sat.1-Serie Danni Lowinski, wo er Kurt Lowinski verkörpert) die Rolle des Kontrabassisten im Ein-Mann Stück Der Kontrabaß von Patrick Süßkind. Ich glaube, ich habe es bis heute viermal gesehen, würde aber immer wieder reingehen, so grandios finde ich Stück und Schauspieler. Wer dieses Stück im Bauturm noch nicht gesehen hat, der sollte dies schleunigst nachholen. Die nächsten Termine sind der 20. März und der 17. April, jeweils um 18:00. 

Ein Stück, das ich euch mindestens genauso sehr ans Herz legen möchte, ist Love Letters von A.R. Gurney, dargestellt von Doris Plenert und Gerhardt Haag. Selten hat mich ein Stück so berührt wie dieses, obwohl die beiden eigentlich 'nur' Briefe vorlesen, die sie sich gegenseitig im Laufe ihres Lebens geschrieben haben. Die nächste Aufführung findet am 10. April um 18:00 statt. 

Karten für alle Vorstellungen gibt es ab 16€ (bzw. 11€ ermäßigt) im hauseigenen Vorverkauf. 

Gloria Theater
Apostelnstraße 11, 50667 Köln
Das Programm des Gloria Theaters ist ein buntes Potpourri aus Theater/ Comedy, Lesung, Konzerten und Parties. Da ist wirklich für jeden etwas dabei! 
Besonders gerne gehe ich hier zur WDR Ladies Night oder zu Frau Jahnke hat eingeladen..., weil ich Gerburg Jahnke (eine der beiden Missfits) so gerne mag und auch nach über 10 Jahren der "Nachmissfitszeit" noch gerne live sehe. Außerdem lernt man so immer wieder neue Damen der Comedy- und Kabarettszene kennen.

Aber auch die Konzerte im Gloria sind nicht zu verachten (allein das Konzert von LAING war grandios!). Ja, es ist recht klein, aber gemütlich und mit guter Akkustik. Das ist schon mal viel wert! Ein Blick ins aktuelle Programm lohnt sich also auf jeden Fall.

°°°°°

Vielen Dank an das FWT, Gloria und Theater der Keller, die mir auf meine Anfrage hin die jeweiligen Bilder zur Verfügung gestellt haben.

Informationen zu Theater Abos findet ihr unter anderem bei der Theater Gemeinde Köln oder bei einzelnen Bühnen, wie dem Schauspielhaus, Theater im Dom, Senftöpfchen Theater oder der Kölner Philharmonie.

Leeven Jross us Kölle.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Heimatschätze #2 - Der Nürburgring

Der Nürburgring. Wer kennt ihn nicht? Nicht nur bekannt für die Grand Prix Strecke, wo auch Formel 1 Rennen stattfinden, sondern vor allem für die Nordschleife. Die Grüne Hölle. 
Der Herr Bär ist großer Formel 1 Fan und verfolgt alle Rennen - natürlich inklusive Training, Qualifying, Berichterstattung und dem Rennen selbst. Kein Wunder also, dass ich mich seit wir uns kennen auch wieder mehr mit Formel 1 und dem Rennsport an sich beschäftige. Ein netter Nebeneffekt ist, dass wir bereits den ein oder anderen Ausflug zum Nürburgring gemacht haben, um dort DTM-, VLN- oder Formel 1 Rennen live zu erleben.

Vor einigen Wochen war es mal wieder soweit und wir machten uns auf den Weg in die Eifel und zum Nürburgring. Dieses Mal hatten wir allerdings keine Karten für ein Rennen, sondern einen Gutschein für eine Fahrt im Renntaxi dabei, denn ich hatte bei einer Verlosung von Pixum eine Runde auf der Nordschleife gewonnen.


Ich kann euch sagen: Ganz schön aufregend das Ganze! Sobald wir das Auto geparkt hatten, haben wir uns nämlich auf den Weg ins Fahrerlager gemacht. Dort hat man an normalen Renntagen als normaler Zuschauer gar keinen Zutritt, aber im Rahmen solcher Sonderveranstaltungen wie Renntaxifahrten eben schon. Dort angekommen wurden wir im Zelt von Adrenalin Renntaxi von zwei Mitarbeiterinnen von Pixum in Empfang genommen, mit Kaffee und Schnittchen versorgt, und ein kleines Goodiebag gab es noch obendrauf. Anschließend musste ich erst einmal zur Rennleitung, um mich dort ebenfalls anzumelden und den Haftungsausschluss zu unterschreiben. Da merkte man schon: Es wird ernst!

Zurück im Zelt ging es dann direkt weiter: Jeder Beifahrer erhielt einen feuerfesten Rennanzug und ein Band mitsamt Startzeit und Kennzeichnung des Autos. Das diente vorrangig dazu, dass die Renningenieure, die einen in das Auto setzen und anschnallen (das ist nämlich so eng da drin, dass man sich nicht selbst mit den Sportgurten anschnallen kann), einen identifizieren und dem richtigen Auto in der richten Reihenfolge zuordnen können. Hoch kompliziert alles, denn die Fahrten, an denen man als Beifahrer teilnehmen konnte, wurden insgesamt von sechs Autos durchgeführt - und für mich sahen die quasi alle gleich aus! Aber viel Zeit zum Nachdenken gab es eigentlich gar nicht, denn sobald man seinen Helm aufgesetzt hatte, ging es eigentlich auch schon los.



 


















Gleich nachdem wir die Einfahrt auf die Strecke hinter uns gelassen hatten, gab der Fahrer richtig Gas und die ersten Kurven der Grand Prix flogen nur so an mir vorbei. Zum Glück hatte man uns vorab erklärt, dass wir die Arme am besten vor dem Oberkörper überkreuzen und uns an den Gurten festhalten sollten, denn das war auch nötig! Die Wechsel von Beschleunigung, Bremsen und erneuter Beschleunigung kam so schnell und oftmals unerwartet, dass ich ganz schön durchgeschüttelt wurde. Aber nach der ersten Minuten hatte ich mich daran gewöhnt und konnte die Fahrt über die Nordschleife total genießen.
Die "grüne Hölle" präsentierte sich bei schönstem Herbstwetter und Sonnenschein von ihrer besten Seite. Wo man hinsah, überall leuchteten gelbe, rote, orangene Bäume einem entgegen! Eine wunderschöne Kulisse; nur schade, dass man während der Fahrt keine Bilder machen konnte, aber ich glaube, dazu wäre ich auch nicht in der Lage gewesen. Die Kilometerschilder und Kurven flogen nur so an uns vorbei - knapp 9 Minuten Adrenalin pur! Zum Schluss erreichten wir noch einmal eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h auf der Döttinger Höhe und dann war es auch schon wieder vorbei. 

Am liebsten wäre ich noch ein paar Runden mehr mitgefahren, denn es hat so unfassbar viel Spaß gemacht. Ich kann es jedem nur empfehlen, egal ob mit dem eigenen Auto oder als Mitfahrer im Renntaxi - sowas muss man einfach erlebt haben. Wir kommen auf jeden Fall bald wieder zum Nürburgring, auch wenn in der nächsten Formel 1 Saison der Deutschland GP in Hockenheim stattfinden wird, denn eine Fahrt im Renntaxi möchte ich unbedingt noch einmal machen.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Pixum für den tollen Gewinn bei eurem Gewinnspiel.

Leeven Jross us Kölle.

Montag, 10. August 2015

Liebe deine Stadt: Die Flora - Festhaus und Botanischer Garten


Ene Besuch em Zoo, oh, oh, oh, oh
Nä wat es dat schön, nä, wat es dat schön.
Ene Besuch em Zoo, oh, oh, oh, oh,
Dat es esu schön, dat es wunderschön.

Ein Besuch des Kölner Zoos ist definitiv lohnenswert, aber Köln-Riehl hat noch viel mehr zu bieten, denn direkt neben Zoo und Aquarium liegt die Flora mit ihrem Festhaus und dem botanischen Garten. Nach einer dreijähriger Renovierungs- und Sanierungszeit erstrahlt die im Juni 2014 wieder eröffnete Flora in neuem Glanz.


Die Flora mit ihrem botanischen Gärten gehört zu meinen Lieblingsplätzen in Köln und hat unbedingt einen Platz in meinen "Heimatschätzen" verdient. Es ist eine kleine, grüne Ruhe-Oase mitten in der Stadt - und unweit der Seilbahn. Ganz nebenbei erwähnt: Ich LIEBE die Seilbahn und hätte am liebsten eine Jahreskarte dafür, aber davon berichte ich euch wann anders, denn heute möchte ich euch ja die Flora zeigen.



Das schöne an der Flora ist, dass sie so vielseitig ist. Neben vielen verschiedenen Führungen, Vorträgen und Ausstellungen, finden auch regelmäßig Konzerte statt. Außerdem kann man die Räumlichkeiten im Festhaus für Veranstaltungen, egal ob Hochzeit oder Abschlussball, mieten. Auch ohne konkreten Anlass lohnt sich ein Besuch der Flora, denn die Botanischen Gärten und Schaugewächshäuser sind das ganze Jahr über geöffnet und der Eintritt ist kostenlos. Also einfach mal spazieren gehen, die Ruhe genießen und die Seele baumeln lassen.












 










Ach ja, für das leibliche Wohl wird in der Flora natürlich auch gesorgt. Das Gartenlokal trägt den hübschen Namen "Dank Augusta" und lädt zum Picknick auf der Sonnenterrasse ein. Leider war es bei unserem letzten Besuch in der Flora sehr voll - auch im Dank Augusta -, so dass wir leider kein Plätzchen auf der Terrasse ergattern konnten und auch nicht in den Genuss der kleinen Köstlichkeiten kamen. Aber so haben wir wenigstens einen Grund, der Flora baldmöglichst noch mal einen Besuch abzustatten. Am liebsten natürlich per Seilbahn.



Warst du schon mal in der Kölner Flora? Magst du botanische Gärten generell genauso gerne wie ich und hast vielleicht noch einen Geheimtipp? Ich freue mich sehr über Kommentare und Anregungen.  

Leeven Jross us Kölle.

Sonntag, 21. Juni 2015

Heimatschätze #1: Köln - Liebe deine Stadt!

Gestern Abend habe ich, wie so oft freitags, "Kölner Treff" im WDR gesehen. Zu Gast waren unter anderem Thomas Sattelmann, Cordula Stratmann, Andreas Bourani und Natalia Wörner. Letztere sprach über ihr Buch "Heimat-Lust", das vergangene Woche erschienen ist und sich mit ihrer schwäbischen Heimat, Dialekt und Geborgenheit befasst. Ich fand es sehr spannend wie sich unter den Gästen ein Gespräch ums "Zuhause" entwickelte und wie verschieden die Ansichten zu Heimat und Zuhause waren.
Kennt ihr das Lied "Stadtrandlichter" von Clueso? Ein wundervolles Lied übers "nach Hause kommen". Hört mal rein: 


Für das Wort "Heimat" gibt es viele Umschreibungsmöglichkeiten, zum Beispiel Herkunftsgebiet, Geburtsort, Zuhause, Gegen, aus der jemand stammt... oder wie Johann Lafer im Kölner Treff sagte: "Heimat ist Emotion".
In dieser Aussage habe ich mich sofort wieder gefunden, denn für mich als echt kölsch Mädche ist meine Heimat Köln Emotion pur. Ich wurde hier geboren und lebe immer noch im selben Veedel, in dem ich aufgewachsen bin. Ich war mal eine zeitlang im Ausland, wusste aber immer wo mein Zuhause ist und wann ich dorthin zurückkehren würde. Ich persönlich sehe es auch als großes Glück an, hier in Köln meine Ausbildung und mein Studium absolviert zu haben, hier auch meine Arbeitsstelle zu haben und trotzdem bereits mit jungen Jahren soviel von der Welt gesehen zu haben. 

Als beim Kölner Treff das Gespräch über Heimat unweigerlich auch zu einem Gespräch über Flüchtlingspolitik und den Umgang jedes Einzelnen mit Flüchtlingen führte, sagte Cordula Stratmann etwas, das mich sehr beeindruckt hat: "Wo wir geboren sind, das ist nicht unser Verdienst. Wir haben keinen Anspruch zu verteidigen 'Hallo, das ist meins. Und was wollen die denn jetzt von meinem abhaben?' (...) Das ist nicht mein Verdienst. Es gehört mir nicht."
Es gibt mir noch mal einen ganz neuen Ansatz, mit einem Gefühl von Demut und Dankbarkeit über meine Heimat nachzudenken und diese nicht als selbstverständlich anzusehen.

Das Projekt "Liebe deine Stadt" hat einen ähnlichen Ansatz. Es untersucht das Verhältnis zu und die Identifikation der Kölner mit ihrer Stadt: Was lieben die Kölner an ihrer Stadt? Sponatn würde ich sagen: Den Dom, Vater Rhein, das Kölsch (sowohl das Getränk als auch die Sprache), den Kölner Karneval, die Veedel mit ihren Brauhäuser und Büdchen, die Atmosphäre und Geselligkeit, die Weltoffenheit und Toleranz, getreu dem Motto: Jeder Jeck ist anders.
Der Fokus dieses Projekts liegt außerdem auf der Architektur der Nachkriegszeit, insbesondere Gebäuden der 50er und 60er Jahre, und versucht durch die Auszeichnung solcher Gebäude ein neues Selbstbewusstsein der Stadt und ihrer Bewohner zu schaffen. Seit Mai 2005 werden im Rahmen dieses Projekts herausragende Gebäude der 50er und 60er Jahre mit überdimensionalen Preisschleifen ausgezeichnet; außerdem prangt ein 26 Meter lange Schriftzug "Liebe deine Stadt" der Künstlerin Merlin Bauer über der Nord-Süd-Fahrt in der Innenstadt und fordert uns Kölner dazu auf, unsere Stadt zu lieben und uns mit ihr zu indentifizieren. 


So wird es für mich Zeit, endlich mehr über meine Heimat Köln zu bloggen und die Kategorie "Heimatschätze" mit mehr Leben zu füllen. Ich möchte euch unter dem Motto "Liebe deine Stadt" mein Köln vorstellen. Die kleinen und großen, bekannten und glanzlosen Orte, die mir wichtig sind und mein Köln ausmachen. 405km² Stadtgebiet, 86 Veedel, 26 Kölsch Brauereien, circa 40 Kilometer Rhein, 7 Brücken, über 1 Millionen Einwohner und unzählige Lieder über diese eine Stadt, die meine Heimat ist. 


Leeven Jross us Kölle.

Sonntag, 9. November 2014

Fastelovend zesamme!

Fastelovend zesamme! De jecke Zick geiht widder loss. Am Elfter im Elften öm Elf Ohr Elf weed de Sessjoon äöffnet. Do jöckt et un kribbelt et eine en dä Fingerspetze. Jetz es widder Zick för Danz un Stippeföttche, Schunkele un Gesang. Nä, wat schön! Dreimol vun Hätze Kölle Alaaf!
Un domet ehr Immis och ald ens e bessche met dä kölsche Kultur gewennt gemaht wäädt, han ich üch en kleine Kölsch-Kunde metgebraht. Häste all verstonn?

Auf unseren Dom, den Rhein und die Seilbahn sind wir besonders stolz.

[Kleine Übersetzung: Fastelovend zusammen! Die verrückte Zeit geht wieder los. Am Elften im Elften um Elf Uhr Elf wird die Session eröffnet. Da juckt und kribbelt es einen in den Fingerspitzen. Jetzt ist wieder Zeit für Tanz und Stippeföttche, Schunkeln und Gesang. Nein, wie schön! Dreimal von Herzen Kölle Alaaf!
Und damit ihr Nicht-Kölner auch mal ein bißchen mit der kölschen Kultur vertraut gemacht werdet, habe ich euch eine kleine Kölsch-Kunde mitgebracht. Hast du alles verstehen können?]

Ganz wichtig: Das Kölsche Grundgesetz!
"Die Kölner sind ein ganz eigenes Volk, mit einem ganz eigenen Bier und einer ganz eigenen Sprache: dem Kölsch.
Wenn der Immi – so nennt der Kölner jeden, der nicht aus Köln kommt – erstmals die Stadt am Rhein betritt, sollte er sie da kennenlernen, wo sie am mediterransten ist. Vielleicht in einem dieser "rituellen Versammlungsstätten der hiesigen Eingeborenen", wie Konrad Beikircher, Wahl-Kölner, Kabarettist und Immi, Kölns Brauhäuser und Kneipen nannte. Und da steht der Besucher dann mittendrin in der kölschen Lebensart. Dem Immi – auf Hochdeutsch dem Imitierten – wird dabei auffallen: der Kölner trinkt aus merkwürdigen stangenartigen Gläsern eine helle gelbe Flüssigkeit – Kölsch genannt. Von diesem Bier mächtig in Fahrt gebracht, versucht er sich dann redend die Welt zu erschließen. Und das vollbringt er in einer singenden, schwer verständlichen Sprache, deren manchmal recht plastische Bilder den Nagel auf den Kopf treffen, ohne zu verletzen. [...]

Das Kölsch [...] war schon in alten Zeiten nicht nur Schmierstoff für Zunge und Gemüt, sondern auch ein großer Wirtschaftsfaktor. Die Biersteuer machte im mittelalterlichen Köln ein Drittel des Stadthaushaltes aus. Und selbst Kaiser Maximilian I., der 1505 in Köln weilte, kurbelte den Kölschkonsum an. Maximilian war auf dem Weg zu einem Bankett beim Rat der Stadt. Durch einen Platzregen aufgehalten, stellte sich seine Majestät in eine Toreinfahrt der Schildergasse, damals eine der Hauptverkehrsstraßen Kölns. Dort blieb er nicht lange stehen. Denn er bekam ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte.
"Max, kum erinn, mir han he jet zo drinke, mir han he jet zo müffele, un mir künne öhntlich fiere.- Max, komm herein. Wir haben etwas zu trinken, wir haben etwas zu essen, und wir können hier auch ordentlich feiern." [...]


In Köln werden eigentlich drei Sprachen gesprochen: reines Hochdeutsch, reines Kölsch und Hochdeutsch mit Knubbeln. [...] Aber merke: der Kölner benutzt eigentlich sehr selten G's, denn ihm gerät fast jedes G zu einem J. So gibt es Jenossen statt Genossen und den lieben Jott statt den lieben Gott. Und es wird auch aus den meisten T's ein D. Also statt "zu trinken" sagt der Stadtführer hier zo drinke. Zo meint unter anderem zu und ist eine althochdeutsche Sprachform. Und das gilt wohl für die meisten Dialekte, dass in ihnen noch ältere Sprachformen lebendig sind. Kölsch ist eine weiche, singende, sehr bildhafte Sprache. Und sie ist äußerst nuancenreich. Zo müffele heißt nicht einfach nur zu essen, sondern meint, still vergnügt in kleinen Bissen etwas zu speisen, also mit Genuss essen. In der kölschen Sprache spiegelt sich außerdem die Stadtgeschichte wieder. Köln war freie Reichsstadt, durch napoleonische Truppen französisch besetzt und später zu Preußen geschlagen. Das hat auch die kölsche Sprache beeinflusst.

Das Brauhaus ist ein sozialer Ort, an dem Menschen der verschiedensten Art zusammenkommen, sich an die blank gescheuerten Tische setzen, den Alltag hinter sich lassen, im anheimelnden Lärmpegel von Hunderten von kleinen Gesprächen ein Bier trinken und Geschichten erzählen – wahre und gut erfundene. [...]

Der berühmte Kölner Klüngel ist schon sprichwörtlich geworden. Das Wort kommt aus einer sehr alten deutschen Sprachform, dem mittelhochdeutschen klungelin. Und das heißt Knäuel. Klar – im übertragenen Sinn bezeichnet Klüngel oder Knäuel ein undurchsichtiges Beziehungsgeflecht zwischen Personen. Regelungen persönlicher oder öffentlicher Angelegenheiten werden heimlich mit Hilfe von Verwandten oder Freunden getroffen. Dazu gab's in Köln früher den Spruch:
"Der Klüngel verschaff dem eine e Pössje, dem andere en Ämpche und dem drette en riche Frau. – Der Klüngel verschafft dem einen einen Posten, dem anderen ein Amt und dem dritten eine reiche Frau." 

Wer es nicht so gut mit dem Klüngel hat, der kann immerhin maggeln. Maggeln kommt von der alten Sprachform makeln oder maken, was machen heißt. Wer maggelt, der macht heimlich Geschäfte oder treibt etwas, ohne dass der andere es weiß. Auch nicht gerade ein gradliniger Weg. Maggeln wird im rheinisch gefärbten Alltagsdeutsch heute noch gebraucht, wenn man etwas nicht so ganz ordentlich ausführt, dann hat man es halt irjenswie jemaggelt. Kommen wir jetzt zu dem Wort Fisternöllche – ganz wichtig. Das Wort muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Fisternöll – oder wie hier in der Verniedlichung Fisternöllche – ist ein kölsch-ripuarisches Wort. Wieder ist dabei etwas Heimliches im Spiel. Diesmal eine heimliche kleine Liebelei.

Der Kellner – in Köln auch Köbes genannt – tauscht übrigens so lange ein leeres gegen ein volles Glas Kölsch aus, bis der Gast ausdrücklich sagt, dass er genug hat – und das kann manchmal zu spät sein. Das Kölsch wird übrigens in Stangen serviert. Das sind lange schmale Gläser mit 0,2 Litern Inhalt. Diese Stangen gibt es nur in und um Köln. Und bezahlt wird, was auf dem Bierdeckel steht.[...]

Kölsch ist übrigens ein eingetragenes geschütztes Warenzeichen, und nur die Brauereien in Köln und Umgebung dürfen dieses Bier so nennen. [...] Kölsch ist natürlich gesund. Es spült die Nieren, der Hopfen beruhigt die Nerven, und die Bierhefe macht dank ihres Vitamin-B-Gehaltes eine gute Haut."


Diesen netten Artikel habe ich auf der Homepage der "Deutschen Welle" gefunden und wenig gekürzt.Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn hier.


Leeven Jross us Kölle.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Fahrradtour von Poll nach Zündorf

Köln hat so viel mehr zu bieten, als nur die Altstadt und den Dom. Wir genießen vor allem die Nähe zum Rhein - so ein Fluß wertet jede Stadt auf, wenn ihr mich fragt!

Heute möchte ich euch die rechte Rheinseite ein wenig vorstellen, denn die letzten Sonnenstrahlen des Spätsommers wollten wir uns nicht entgehen lassen und so hieß es am vergangenen Wochenende raus in die Natur und raufs auf Fahrrad. Wir haben das tolle Wetter ausgenutzt und sind am Rhein entlang von Poll nach Zündorf geradelt. Leider hatte nicht nur wir diese Idee und die Fuß- und Radwege waren entsprechend voll. ;-)

 





 





Von Poll über Westhoven, Ensen und Porz bis nach Zündorf und zurück.

Gleich zu Beginn lockte an den Poller Wiesen nicht nur die Poller Strandbar, die bei 24°C noch einmal ihre Tore öffnete, sondern auch die Sonnenterrasse des Germania Ruder- und Tennisclubs. Aber wir blieben standhaft und fuhren weiter stromaufwärts am Poller Fischerhaus vorbei und passierten die Rodenkirchener Brücke, von wo aus man einen tollen Blick auf das linksrheinisch gelegene Rodenkirchen und das Boothaus "Alte Liebe" hatte.


Weiter ging es ein Stück durch das alte Militärgelände der ehemaligen Belgischen Kaserne in Westhoven bis nach Ensen. Hier machten wir eine kurze Pause, um was zu trinken und um ein paar Fotos vom Rhein und dem Weißer Bogen zu machen. Sobald wir die St. Josef Kirche in der Porzer City passiert haben, ist es nicht mehr weit bis zum Yachthafen Zündorf und zur Groov. Auch hier waren wieder Himmel und Menschen unterwegs!


 
 
Die Groov war ursprünglich eine Insel im Rhein, bis sie 1849 mit dem Ufer verbunden wurde. Heute ist die Groov unter den Kölnern als "Freizeitinsel" bekannt und aufgrund von Sandstrand, Tretbootverleih, Kinderspielplatz und Minigolfplatz sehr beliebt. Besonders schön finde ich die alten Gebäude des Zündorfer Marktplatzes, die heute jede Menge Restaurants und Cafes mit schönen Außenterrassen beherbergen.




Nachdem wir die Fahrräder angeschlossen hatte, haben wir erstmal Pause gemacht, was getrunken und uns in die Schlange vor der Eisdiele eingereiht. Leider war es überall so voll, dass wir nirgends einen Platz bekommen haben. Stattdessen sind wir zum Rheinufer gegangen, wo die kleine Fußgänger- und Fahrradfähre Krokolino Zündorf mit Rodenkirchen verbindet. Direkt neben der Anlegestelle ist ein Stückchen Strand, aber leider war der Sand vom Morgentau noch so nass, dass wir uns dort auch nicht hinsetzen konnten.


Eigentlich hatten wir geplant, mit der Fähre überzusetzen und auf dem Heimweg am linken Rheinufer entlang von Weiss, über Rodenkirchen und Bayenthal bis zur Neustadt-Süd zu fahren und dort dann über die Südbrücke wieder zurück nach Poll zu fahren. 
Ein Blick auf die Warteschlange und schnell war klar, dass wir den Rückweg auch wieder rechtsrheinisch antreten würden, denn wir hatten keine Lust, zwanzig Minuten zu warten, um überzusetzen. Beim nächsten Mal dann. Schön war es trotzdem, denn wir konnten Sonne, frische Luft, leckeres Eis und Zeit zu zweit genießen. 
 

Alles in allem waren wir fast vier Stunden unterwegs und haben die Sonne genossen. Für die Fahrtstrecke von jeweils 10km pro Richtung haben wir mit Pausen für Fotos jeweils 45 Minuten gebraucht.

Ich hoffe, ich konnte euch ein bißchen Lust, auf eine Fahrradtour zur Groov machen. Egal ob man wie wir rechtsrheinisch oder doch linksrheinisch radeln möchte, ein Ausflug zur Groov lohnt sich auf jeden Fall. 


Leeven Jross us Kölle.
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