Freitag, 22. September 2017

was lesen!? - Faszienyoga von Mattheus Els

Von Faszien hörte ich vor fünf Jahren zum ersten Mal als meine damalige Pilates-Trainerin uns darauf aufmerksam machte und gezielt Übungen auf die Faszien ausrichtete. Mittlerweile ist das Thema Faszien ja schon fast ein alter Hut und so ziemlich jeder scheint, dem allgemeinen Gesundheits-Trend folgend eine Blackroll zu besitzen, um sich regelmäßig zu rollen. Gut so, denn die Funktion der Faszien sollte man nicht unterschätzen.

Da ich aber meine Blackroll dann doch seltener nutze als ich es sollte und stattdessen lieber laufe oder Yoga, Pilates, Bodybalance und Co. mache, habe ich mich auf die Suche nach einem für mich passendem Yoga-Buch gemacht, um mich noch mehr in das Thema einzulesen und neue Ideen für das Yoga zu Hause zu bekommen. 

In meinem Bücherregal befinden sich bereits "Dein Yoga, dein Leben" von Tara Stiles (von dem ich mir ehrlich sagt etwas mehr erhofft hatte) und "Yin Yoga: Sanfte Übungen für innere Kraft und Harmonie" von Christine Ranzinger, welches ich sehr gut finde und weiterempfehlen kann. Neben der schönen Gestaltung des Buches hat es mir gut gefallen, dass sich die Autorin mit dem Thema Faszien beschäftigt hat und ihnen ein ganzes Kapitel widmet. Dies war für mich der Ausgangspunkt, nach weiteren Yoga-Bücher mit Schwerpunkt Faszien zu suchen; und schlussendlich bin ich wieder im Irisiana Verlag fündig geworden. 


Faszienyoga - Die effektivsten Übungen für jeden Bindegewebstyp, von Mattheus Els
Das Buch ist, nach einem kurzen, sehr interessantem Vorwort, in fünf Teile gegliedert. Die ersten beiden Kapitel beschäftigen sich zunächst mit der Frage "Was sind Faszien?" und dem Thema "Biotensegrity - wie wir uns bewegen" um die theoretische Basis zu schaffen. Mit klarer Sprache und sehr guten Grafiken vermittelt Mattheus Els die Grundlagen der Faszien und das Prinzip des Rolfing und thematisiert im dritten Kapitel "Mein Faszienyoga" (wie schon im Vorwort) die Besonderheit seines Prinzips und die Entwicklung dorthin.
"Ich experimentiere schon seit Langem damit, Konzepte aus dem Rolfing in meine Yogastunden zu integrieren, beispielsweise das Biotensegrity-Konzept. Dieser Weg führt weg von der klassischen Anatomielehre, wie sie die Schulmedizin bis heute vermittelt, hin zur Bewegung über das Bindegewebe." 

Das darauffolgenden Kapitel 4 beschäftigt sich mit den "Prinzipien der Übungspraxis", erklärt anhand einer Grafik sehr anschaulich die Aktivitäten der Faszien (z.B. im Ruhezustand oder beim Krafttraining) und beeinhaltet außerdem einen kleinen, in Grundzügen auf der Arbeit von Dr. Robert Schleip basierenden Test, anhand dessen man feststellen kann, zu welchem Bindegewebstyp (eher Schlangenmensch oder eher Wikinger) man gehört. Dies dient vorrangig der Anpassung der Übungspraxis auf den eigenen Körper, um Frust und Verletzungen vorzubeugen.
"Heute weiß ich, dass kein Yogaübender die Asana so ausführen können muss, wie sie in Hochglanzmagazinen abgebildet ist oder wie es manche Yogalehrer apodiktisch vorschreiben und unterrichten. Aus meiner Sicht sollen die Übungen vielmehr so ausgeführt werden, wie es die Geschichte des eigenen Körpers in diesem Moment gerade zulässt, um damit das Am-Leben-Sein wirklich fühlen zu können."

Dann erst werden in Kapitel 5 "Die Übungen", die die gesamte zweite Hälfte des Buches ausmachen, reich bebildert und ausführlich beschrieben. Mattheus Els legt hier besonders Wert darauf, aufzuzeigen, worauf man beim Faszienyoga ganz besonders achten muss. Dieser praktische Teil umfasst fünf klassische Yoga-Asanas (Krieger, Pyramide, Dreieck, Kobra und Taube) und eine Übung zur Propriozeption (= sensorische Körperwahrnehmung), sowie zum Ausklang einige Übungen mit Rollen und Bällen zur Selbstmassage.

Alle Yoga Positionen sind reicht bebildert, sehr ausführlich und detailliert beschrieben, und werden in verschiedenen Varianten (für Wikinger und Schlangenmenschen unterschiedlich) vorgestellt. Zwar erscheint dies auf den ersten Blick etwas wenig und zudem altbekannt, aber ich selbst habe festgestellt, wie viel Neues ich von Mattheus Els über diese Asanas lernen konnte. 

Zu jeder Übung wird zunächst erklärt, welche Muskeln, Faszien und Körperregionen damit angesprochen werden und wie das jeweilige Asana aus den Körper wirkt. Dehnung, Streckung, Atmung, Gleichgewichtssinn, Konzentration, Eigenwahrnehmung - das alles spielt hier eine Rolle. Besonders gut hat mir zudem gefallen, dass die Übungsreihesind anatomisch fundiert aufgebaut ist und man sich von der Oberfläche zu den tieferen Faszien vorarbeitet.
"Wenn Sie an Ihren Körper denken, dann denken Sie daran, dass er ein wunderbares Biotensegrity-Modell und keine Maschine ist."

Weitere Informationen rund um Faszienyoga, Rolfing und Biotensegrity findet man auf der Homepage von Mattheus Els sowie auf seinem Youtube-Kanal, auf dem man die beschriebenen Asanas sich auch in Bewegung anschauen kann.

Vorgestellt: Faszienyoga - Die effektivsten Übungen für jeden Bindegewebstyp, von Mattheus Els, ISBN-13: 978-3-424-15298-2

Vill Spass beim lese!

Leeven Jross us Kölle.

1 Kommentar :

  1. Hallo Nika,

    vielen Dank für den Buchtipp, werde ich mir näher anschauen. Praktiziere Yoga bisher so wie es in den Zitaten beschrieben ist, mache alle Übungen so wie es meine Beweglichkeit usw zulässt. Die Youtube-Kanäle, die ich nutze (besonders Yoga with Adrienne) betonen das aber in der Erklärung auch immer wieder, dass man nichts erzwingen soll. Mit Blackroll und Co. wollte ich mich auch immer mal beschäftigen, vielleicht finde ich aber über das Buch andere Anregungen.

    Wünsche dir einen guten Start in die Woche.
    Viele Grüße, Silke

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